Urteile: Pferdehaftpflicht Personenschäden

20. März 2016 Tania Dählmann

Viele Pferdehaftpflicht Urteile müssen sich mit den verschiedensten Personenschäden auseinander setzen.

Urteile Pferdehaftpflicht
Insbesondere dann, wenn es um Personenschäden geht, urteilen die Richter zugunsten des Reiters.


  • Pferd ausgebrochen
  • Pferd schlägt aus
  • Pferd brennt durch
  • Pferd verletzt Tierarzt




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Pferdehaftpflicht Urteile

Je nach Schadensart – Personenschaden, Sachschaden oder Vermögensschaden – haben wir hier verschiedene Urteile für Sie zusammen getragen.

Definition Pferdehaftpflicht Personenschäden

Passiert ein Schaden, an dem ein Pferd beteiligt ist, kommt die Pferdehaftpflicht auch für etwaig entstandene Personenschäden auf. Dies können u. a. sein:

  • Schmerzensgeldzahlung
  • Ersatz der Krankheitskosten an die Krankenkasse
  • Rehamaßnahmen
  • Rentenzahlungen

Häufig ist es dabei unerheblich, ob dem Pferdehalter überhaupt ein Verschulden vorgeworfen werden kann.

§§ – Urteile Pferdehaftpflicht Personenschaden

Pferd ausgebrochen durch geringe Zaunhöhe
Pferd schlägt aus und verletzt Reiter
Pferd brennt durch und verletzt Mädchen
Spaziergängerin durch Pferd verletzt
Kind verletzt, weil es sich dem Pferd von hinten näherte
Tierarzt während Untersuchung vom Pferd verletzt
Pferdebesitzer haftet auch für unerlaubtes Reiten
Beweislast liegt beim Geschädigten
Gemeinsame Haftung beim Durchbrennen mehrer Pferde
Pferd tritt Hufschmied

Pferd ausgebrochen durch geringe Zaunhöhe

Ein Pony ist von seiner Wiese ausgebrochen und verursachte einen Unfall mit einem Autofahrer. Durch den Autounfall ist der Autofahrer querschnittsgelämt. Ihm sprach das Gericht 330.000 € Schmerzensgeld zu, weil der Zaun auf der Pferdekoppel nicht “hütesicher” eingezäunt war. Der Zaun auf der Pferdekoppel muss stabil, ausbruchsicher und hoch genug sein. Eine Zaunhöhe von 90 cm reicht dafür nicht aus. Der Pferdebesitzer bzw. die Pferdehaftpflicht muss für diesen Schaden aufkommen.

OLG Schleswig, Az. 7 U 168/03

Pferd schlägt aus und verletzt Reiter

Ein zum auskeilen neigendes Pferd muss normalerweise während eines Ausritts gekennzeichnet werden und am Schluss der Gruppe reiten. Bei diesem Urteil war dies nicht der Fall und ein nachfolgender Reiter kam dabei zu schaden, als er zu nah an dieses Pferd kam. Der nachfolgende Reiter wußte allerdings nichts von dieser Eigenart des Pferdes und es war auch nicht unbedingt als austretendes Pferd bekannt. Die Pferdehaftpflichtversicherung wollte den Schaden ursprünglich nur zu 15% ersetzen und dem Geschädigten ein Mitverschulden unterstellen, weil er den nötigen Sicherheitsabstand nicht eingehalten hatte. Dem wurde allerdings nicht statt gegeben, weil Zeugen bestätigen konnten, dass es beim Pferd keinerlei Anzeichen dafür gab, dass es ausschlagen würde.

OLG Koblenz, Az. 5 U 319/04

Pferd brennt durch und verletzt Mädchen

Ein zwölfjähriges Mädchen (Reitbeteiligung) stürzte schwer, als Ihr bei einem Ausritt in Begleitung ein Traktor entgegen kam, Ihr Pferd scheute, durchbrannte, mit den Hinterbeinen ausrutschte und das Mädchen beim Sturz unter sich begrub. Trotz Helm erlitt das Mädchen schwere Schädelverletzungen und liegt im Wachkoma (lebenslange Pflegebedürftigkeit diagnostiziert). Aufgrund der Vorkenntnisse des Mädchens sollte Ihr eine Mitschuld angelastet werden. Die mitgerittene Tierhalterin muss jedoch alleine für den Schaden aufkommen (150.000 Euro Schmerzensgeld), weil die Unberechenbarkeit des Pferdes zu diesem Unfall geführt hatte.

OLG Frankfurt, Az. 4 U 210/08


Spaziergängerin durch Pferd verletzt

Eine Fußgängerin wollte mit Ihrem Neffen eine Weide überqueren. Trotz eines Warnschildes: Betreten auf eigene Gefahr, war der Weg für Fußgänger und Wanderer freigegeben. Den beiden näherte sich ein Pferd, das anfing, dem Neffen am Pullover zu zupfen und nach ihm zu schnappen. Als sich die Tante dicht vor das Pferd stellte und dieses versuchte durch: “Hau ab” Rufen zu verscheuchen, drehte sich das Pferd um und trat nach hinten aus. Die Tante wurde dabei verletzt. Gerichtlich wurde eine Mitschuld der Tante nicht bestätigt. Die Haftung trägt entweder die Pferdehalterin bzw. die Pferdehüterin (das schuldige Pferd konnte nicht eindeutig identifiziert werden).

OLG Düsseldorf, Az. 22 U 148/99

Kind verletzt, weil es sich dem Pferd von hinten näherte

Eine 13-jährige sollte auf Anweisung des Pferdehalters, zwei Jugendliche, die ein Pferd mit sich führten überholen, um die Stalltür zu öffnen. Eines der Pferde scheute, schlug aus und verletzte diese (Kiefernbruch, 5 Zähne verloren, langwierige Gesichtsschwellungen). Während im 1. Verfahren der Geschädigten eine Mitschuld gegeben wurde, weil die Geschädigte Erfahrung im Umgang mit Pferden hatte und den nötigen Sicherheitsabstand nicht eingehalten hatte, wurde Ihr in der 2. Instanz vollends Recht gegeben. Der Pferdehalter muss haften.

OLG Stuttgart, Az. 5 U 114/10

Tierarzt während Untersuchung vom Pferd verletzt

Die Klage eines Tierarztes wurde abgewiesen. Dieser hatte sich einem Pferd von hinten genähert um rektal Fieber zu messen. Die Richter waren der Meinung, dass der Tierarzt auf eigene Gefahr handele. Es wurde jedoch Berufung eingelegt, abschliessender Gerichtsstand noch offen.

OLG Hamm, Az. 9 U 229/07


Pferdebesitzer haftet auch für unerlaubtes Reiten

Als eine Reiterin ohne die Genehmigung des Reithallenbesitzers ein Pferd ritt, dabei verunglückte und einen Oberkierferbruch erleidet, soll der Pferdebesitzer 20.000 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Und obwohl die Reiterin keine Erlaubnis hatte, das Pferd zu reiten, keinen Reithelm trug und beim Aufsitzen die Zügel nicht aufgenommen hatte, muss der Tierbesitzer haften. Es muss jedoch noch geklärt werden, ob die Reiterin aufgrund des mangelhaften Einhaltens der Vorschriften eine Mitschuld trägt.

Bundesgerichtshof, Az. VI ZR 13/12

Beweislast liegt beim Geschädigten

Als verunfallter Reiter muss man zweifelsfrei beweisen, dass das Verschulden beim Pferd des jeweiligen Tierhalters liegt, wie z. B. eine Unberechenbarkeit des Pferdes. Kann der Geschädigte dies nicht beweisen, besteht kein Anspruch auf Schadensersatz.
OLG Hamm, Az. 9 U 162/11

Gemeinsame Haftung beim Durchbrennen mehrer Pferde

5 Ponys gingen an einer Kreuzung durch und das Pony Princess galoppierte dabei auf einen Mountainbiker zu und riss ihn dabei um. Der Mountainbiker wurde dabei so schwer verletzt, dass er querschnittsgelähmt ist. Die Schmerzensgeldforderung musste jedoch von allen 5 Ponyhaltern gezahlt werden, bzw. von dessen Pferdehaftpflicht.
Bundesgerichtshof, Az. VI ZR 467/13

Pferd tritt Hufschmied

Wenn das Pferd einen Hufschmied tritt, ist der Halter des Pferdes dafür haftbar und die Pferdehaftpflicht muss zahlen.
OLG Hamm, Az. 14 U 19/14

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Außer der Pferdehaftpflicht gibt es noch weitere wichtige Pferdeversicherungen, die für den Pferdebesitzer von elementarer Bedeutung sein können.




 

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